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BIBB-Ausbildungsmarktregionen

BIBB-Ausbildungsmarktregionen

Die BIBB-Ausbildungsmarktregionen sind eine funktionale Raumgliederung, die anhand der Mobilitätsverflechtungen der Auszubildenden im dualen System 52 eigenständige, landkreisscharfe Ausbildungsmarktregionen bestimmt. (Dörsam/Schmidt 2026)

Herkunft/Urheber: Dörsam, Michael; Schmidt, Robyn (Bundesinstitut für Berufsbildung)
Methode/Struktur: Die Abgrenzung der Ausbildungsmarktregionen erfolgt auf Basis der in der Berufsbildungsstatistik erfassten Daten zum Ort der Ausbildungsstätte und zum Wohnort der dualen Auszubildenden bei Vertragsabschluss. Entsprechend umfassen sie sowohl Pendel- als auch Umzugsmobilität. Um letztere weitestgehend auszuschließen werden zur Bildung der Ausbildungsmarktregionen nur Neuabschlüsse betrachtet, bei denen die Luftliniendistanz zwischen dem Wohnort der Auszubildenden bei Vertragsabschluss und der Ausbildungsstätte nicht mehr als 50 Kilometer beträgt (rund 92 % der Verträge).
Methodisch wird ein graphentheoretisches Verfahren mit Schwellenwert und mehreren Zuordnungsrunden angewandt, das äquivalent zum Vorgehen von KROPP und SCHWENGLER zur Bildung der IAB-Arbeitsmarktregionen ist (vgl. KROPP/SCHWENGLER 2011). Dabei wird zunächst für jeden der 400 Landkreise und kreisfreien Städte die Gesamtheit seiner Vernetzungen quantifiziert, unabhängig von der Mobilitätsrichtung. Anschließend wird für jede Kombination von Wohnorts- und Ausbildungsstättenlandkreisen das Verhältnis aus der Vernetzung zwischen den beiden Kreisen und der Zahl der im Wohnortskreis wohnenden Auszubildenden gebildet. Auf Basis dieser berechneten und in Relation gesetzten Vernetzungen erfolgt die Zusammenführung von Landkreisen zu Ausbildungsmarktregionen. Ein Landkreis wird einem anderen Landkreis zugeordnet, wenn (1) diese Verbindung seine stärkste Vernetzung darstellt, (2) die Vernetzung einen festgelegten Schwellenwert überschreitet und (3) mehr Auszubildende in den Zielkreis pendeln als im eigenen Landkreis verbleiben. Das Zuordnungsverfahren wird iterativ angewendet bis sich keine Änderungen der Regionszuschnitte mehr ergeben. Die Güte der Abgrenzung wird abschließend mithilfe des Modularitätsmaßes Q aus der Netzwerkforschung bewertet (vgl. NEWMAN/GIRVAN 2004).
Entwicklung/Umsetzung für Deutschland: Das Ergebnis des iterativen Zuordnungsprozesses sind nach fünf Runden 52 landkreisscharfe Ausbildungsmarktregionen. Die einzelnen Ausbildungsmarktregionen umfassen zwischen 21 Landkreisen (Hamburg und Rhein-Main) und einem Landkreis (Mecklenburgische Seenplatte, Ortenaukreis und Konstanz), haben Flächen zwischen knapp 26.000 Km2 (Hamburg) und gut 800 Km2 (Konstanz) und Wohnbevölkerungen (im Jahr 2024) zwischen 7.487.077 (Düsseldorf-Köln-Bonn) und 174.747 (Prignitz) Einwohnern.
In den kommenden Jahren wird regelmäßig geprüft, ob sich im zeitlichen Verlauf grundlegende Veränderungen des Regionszuschnitts zeigen und dieser falls nötig ggf. aktualisiert.

BIBB-Ausbildungsmarktregionen

Public Use File (PUF)
BIBB-ABMRegionen.xlsx

Grundlagenliteratur: Dörsam, Michael; Schmidt Robyn (2026): BIBB Repport
BIBB Report 01_2026.pdf

weiterführende Literatur: Kropp, Per; Schwengler, Barbara: Abgrenzung von Arbeitsmarktregionen – ein Methodenvorschlag. In: Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning, 69 (2011) 1, S. 45-62

Newman, Mark E.J.; Girvan, Michelle: Finding and evaluating community structure in networks. In: Physical Review E 69 (2004) 026113

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