Klassenmodell nach Oesch
Klassenmodell nach Oesch
Das Klassenmodell nach Oesch (2006) erweitert klassische Klassenmodelle (z.B. EGP), da diese in der Kritik stehen zu stark auf Industriegesellschaften zugeschnitten zu sein und Veränderungen in der Sozialstruktur nicht ausreichend berücksichtigen würden. Das Ziel bei der Konstruktion des Klassenmodells nach Oesch (2006) war es vertikale und horizontale Ungleichheiten besser abbilden zu können, sodass Unterschiede innerhalb der Mittelschicht sichtbarer werden und mögliche politische Konfliktlinien im Zusammenhang mit Klassenzugehörigkeiten darstellbar werden. Das Klassenmodell nach Oesch (2006) ist zweidimensional konstruiert, indem bei der Klassifikation vertikale Klassenunterschiede (z.B. Autonomie durch Führungsverantwortung, Kontrolle über Produktionsmittel durch Selbständigkeit vs. abhängige Beschäftigung) als auch horizontale Unterschiede in der Arbeitslogik (z.B. Berufe) berücksichtigt werden.
Verwandte Klassifikationen:
International Standard Classification of Occupations 2008 (ISCO-08)
Schlagworte
sozio-ökonomische Klassifikation, Marktlage, Arbeitssituation, Klassenlage
Klassenmodell nach Oesch
Grundlagenliteratur: Oesch, Daniel (2006): Redrawing the class map. Stratification and institutions in Britain, Germany, Sweden and Switzerland. Houndmills, Basingstoke, Hampshire, New York: Palgrave Macmillan.
Oesch, Daniel (2013): Occupational change in Europe. How technology and education transform the job structure. Oxford: Oxford Univ. Press.
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Weiterführende Literatur und Anwendung: Ares, Macarena (2022): Issue politicization and social class: How the electoral supply activates class divides in political preferences. European Journal of Political Research 61:503–523.
Oesch, Daniel, und Jorges Rodriguez Menes (2011) Upgrading or polarization? Occupational change in Britain, Germany, Spain and Switzerland, 1990-2008. Socio-Economic Review 9:503–531.
Oesch, Daniel, und Line Rennwald (2018): Electoral competition in Europe's new tripolar political space: Class voting for the left, centre‐right and radical right. European Journal of Political Research 57:783–807.