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Klassenmodell nach Oesch

Klassenmodell nach Oesch

Das Klassenmodell nach Oesch (2006) erweitert klassische Klassenmodelle (z.B. EGP), da diese in der Kritik stehen zu stark auf Industriegesellschaften zugeschnitten zu sein und Veränderungen in der Sozialstruktur nicht ausreichend berücksichtigen würden. Das Ziel bei der Konstruktion des Klassenmodells nach Oesch (2006) war es vertikale und horizontale Ungleichheiten besser abbilden zu können, sodass Unterschiede innerhalb der Mittelschicht sichtbarer werden und mögliche politische Konfliktlinien im Zusammenhang mit Klassenzugehörigkeiten darstellbar werden. Das Klassenmodell nach Oesch (2006) ist zweidimensional konstruiert, indem bei der Klassifikation vertikale Klassenunterschiede (z.B. Autonomie durch Führungsverantwortung, Kontrolle über Produktionsmittel durch Selbständigkeit vs. abhängige Beschäftigung) als auch horizontale Unterschiede in der Arbeitslogik (z.B. Berufe) berücksichtigt werden.

Herkunft/Urheber: Daniel Oesch
Methode/Struktur: Zur Operationalisierung der vertikalen und horizontalen Dimension des Klassenmodell nach Oesch werden Informationen genutzt, die häufig in standardisierten Umfragen mit Erwerbstätigen enthalten sind. Für die horizontalen Klassenunterschiede wird die ISCO verwendet. Für die vertikalen Klassenunterschiede Angaben zum Beschäftigungsstatus (Selbstständigkeit vs. Abhängige Beschäftigung), zur Betriebsgröße und zur Führungsverantwortung genutzt. Aus der Kombination dieser Informationen werden die folgenden Kategorien gebildet:

1. Large employers
2. Self-employed professionals
3. Small business owners with employees
4. Small business owners without employees
5. Technical experts
6. Technicians
7. Skilled manual
8. Low-skilled manual
9. Higher-grade managers and administrators
10. Lower-grade managers and administrators
11. Skilled clerks
12. Unskilled clerks
13. Socio-cultural professionals
14. Socio-cultural semi-professionals
15. Skilled service
16. Low-skilled service
Entwicklung/Umsetzung für Deutschland: Für die Umsetzung in Deutschland wird in der Regel zunächst die KldB in die ISCO umgeschlüsselt, sodass darauf aufbauend dann das Klassenmodell nach Oesch gebildet werden kann.

Klassenmodell nach Oesch

Grundlagenliteratur: Oesch, Daniel (2006): Redrawing the class map. Stratification and institutions in Britain, Germany, Sweden and Switzerland. Houndmills, Basingstoke, Hampshire, New York: Palgrave Macmillan.

Oesch, Daniel (2013): Occupational change in Europe. How technology and education transform the job structure. Oxford: Oxford Univ. Press.
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Weiterführende Literatur und Anwendung: Ares, Macarena (2022): Issue politicization and social class: How the electoral supply activates class divides in political preferences. European Journal of Political Research 61:503–523.

Oesch, Daniel, und Jorges Rodriguez Menes (2011) Upgrading or polarization? Occupational change in Britain, Germany, Spain and Switzerland, 1990-2008. Socio-Economic Review 9:503–531.

Oesch, Daniel, und Line Rennwald (2018): Electoral competition in Europe's new tripolar political space: Class voting for the left, centre‐right and radical right. European Journal of Political Research 57:783–807.