Standard International Occupational Prestige Scale (SIOPS)

Herkunft/Urheber: Donald J. Treiman und Harry B. G. Ganzeboom

Beschreibung: Die Standard International Occupational Prestige Scale weist Berufen einen empirisch ermittelten Prestigewert zu (vgl. Hoffmeyer-Zlotnik/Geis 2003). Der Index liegt zwischen 12 (z.B. Schuhputzer) und 78 (Ärzte) (vgl. Ganzeboom/Treiman 1996).

Methode/Struktur: Die SIOPS wurde in den 1970er Jahren entwickelt, um eine standardisierte Berufsprestigeskale für internationale Vergleiche zu haben. Die Datenbasis bilden Befragungen aus 55 Ländern, in denen die Probanden Berufsbezeichnungen hinsichtlich deren sozialen Ansehens bewertet und eine entsprechende Reihenfolge gebildet haben. Die Ergebnisse wurden anschließend in der SIOPS zusammengefasst (vgl. Hoffmeyer-Zlotnik/Geis 2003: 128f.).

Entwicklung/Umsetzung für Deutschland: Die ursprüngliche Skala wurde 1996 von Ganzeboom und Treiman erneuert, sodass die SIOPS mit der ISCO-88 codieren werden kann (Ganzeboom/Treiman 1996).

Es besteht die Möglichkeit, die SIOPS-Werte in fünf Gruppen zusammenzufassen, man erhält dadurch eine grobe Klassifikation der Berufe nach Prestige. Die entsprechenden Gruppen sind:
1: sehr geringe Handlungsautonomie, manuelle Tätigkeiten, Un- und Angelernte, SIOPS 6-32
2: geringe Handlungsautonomie, einfache Tätigkeiten, vorkommend v. a. in Produktion, Dienstleistung, Metallverarbeitung und traditionellem Handwerk, SIOPS 33-41
3: beschränkte Handlungsautonomie, schwierige Aufgaben nach Anweisung, mittlerer Ausbildungsabschluss, SIOPS 42-50
4: abhängige oder selbstständige Position, begrenzte Personalverantwortung, verantwortungsvollere Tätigkeit mit selbstständiger Leistung, noch kein hohes Prestige, Fachhoch- oder Hochschulausbildung, SIOPS 51-63
5: hohe Handlungsautonomie, freiberufliche Akademiker, Personen in leitender Funktion mit umfassenden Führungs- und Entscheidungsbefugnissen, SIOPS >64
(vgl. Hoffmeyer-Zlotnik/Warner 2011 S.60f)

Verwandte Klassifikationen:

International Standard Classification of Occupations 1988 ( ISCO-88 )

Schlagworte:
Prestigeskala, soziales Ansehen von Berufen

Standard International Occupational Prestige Scale (SIOPS)

  • Grundlagenliteratur

    Ganzeboom, Harry B.G., Treiman, Donald J. (1996): Internationally comparable measures of occupational status for the 1988 International Standard Classification of Occupations. Social science research, 25, 201-239.

    Hoffmeyer-Zlotnik, Jürgen H.P., Geis, Alfons J. (2003): Berufsklassifikation und Messung des beruflichen Status/Prestige. ZUMA-Nachrichten, 52(27), 125-138.

    Hoffmeyer-Zlotnik, Jürgen H.P., Warner, Uwe (2011): Messung von Beruf und Stellung im Erwerbsleben in international vergleichenden Umfragen. (Hg.), Mannheim: Forschung Raum und Gesellschaft e.V.


  • weiterführende Literatur

    Albrecht, Andrea, Trappmann, Mark, Wolf, Christof (2002): Statusmaße light: Statusskalen bei unzureichenden Berufsangaben. KZfSS Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 54(2), 343-361.

    Ganzeboom, Harry B.G., Treiman, Donald J. (2003): Three internationally standardised measures for comparative research on occupational status. Advances in cross-national comparison: A European working book for demographic and socio-economic variables, 159-193.

    Hauser, Robert M., Warren, John Robert (1997): Socioeconomic indexes for occupations: A review, update, and critique. Sociological methodology, 27(1), 177-298.